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Ein Literatursalon Eva Menasse ist eine Meisterin des geschliffenen Wortes. Das gilt für ihre in viele Sprachen übersetzten und mehrfach ausgezeichneten Romane und Essays wie für ihre gesellschaftspolitischen Äußerungen. Ihr neuer Roman „Alleinruhelage“ ist die Zwischenbilanz eines Lebens, eine gewitzte Reflexion über Fremdheit, Heimat und das Abschiednehmen: Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen. Die nötige Hilfe bieten Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus. Und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin – als Wienerin in der doppelten Fremde – womöglich genauer wahr. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer „stabilen Alleinruhelage“.