von Rhea Leman
Übersetzung aus dem Englischen von Henning Bochert
Mit Sabine Ladurner, Max G. Fischnaller und Stefan Marcello
Regie: Christina Khuen
Bühne und Kostüme: Andrea Kerner
Licht und Technik: Julian Geier
Bühnenbau: Robert Reinstadler
Wir treffen Hannah Arendt 1975, sechs Monate vor ihrem Tod, in einem Hotelzimmer in Kopenhagen. In wenigen Stunden soll ihr der dänische Sonning-Preis für ihre Beiträge zur europäischen Kultur verliehen werden. Doch bei der Vorbereitung ihrer Rede scheint die Zeit zu zerfallen. Ist es ihr eigenes Denken, das sie in die Vergangenheit führt – oder ist ihr bereits 1970 verstorbener Ehemann Heinrich Blücher von den Toten zurückgekehrt, um mit ihr zu philosophieren?
Wir begleiten eine der scharfsinnigsten und provokantesten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts auf eine Reise durch Erinnerungen: vom aufkommenden Faschismus in Deutschland über ihre Flucht und das Exil bis nach New York. Wir erleben Liebe, Staatenlosigkeit und Arendts Suche nach einer geistigen Heimat. Dann Jerusalem 1961: der Eichmann-Prozess und die Theorie von der „Banalität des Bösen“, die einen der größten Intellektuellen-Skandale ihrer Zeit auslöste.
Mit ihrem bereits in Dänemark umjubelten, fiktiven Drama imaginiert Rhea Leman Arendts Gefühls- und Gedankenwelt und wagt dabei den Schritt ins Fantastisch-Absurde. Frei nach Arendts Prinzip des „Denkens ohne Geländer“ entsteht ein anregender und überraschender Theaterabend zwischen Biografie, Erinnerung und Gegenwart.