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Evelyn Taocheng Wang: Sweet Landscape - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Kuratiert von Leonie Radine

Das Museion freut sich, die erste institutionelle Einzelausstellung von Evelyn Taocheng Wang (*1981, Chengdu) in Italien zu präsentieren.

An den Schnittstellen verschiedener Medien wie Malerei, Text, Installation, Performance und Mode hat die in Rotterdam lebende Künstlerin eine einzigartige visuelle Poesie entwickelt, die von feinem Humor und kritischer Tiefe geprägt ist. Indem sie kunsthistorische Traditionen mit persönlichen Erinnerungen und autofiktionalen Elementen verbindet, hinterfragt sie Vorstellungen von Authentizität und ergründet zugleich, wie Kultur dargestellt und verkörpert wird.

Wangs Bildwelt schöpft aus dem, was sie augenzwinkernd ihre „Lidschattenpalette der Kunstgeschichte“ nennt. Dabei verknüpft sie Verweise auf ihre Ausbildung in klassischer chinesischer Tuschemalerei und Kalligrafie mit den Schulen westlicher Kunst und Literatur, die sie seit ihrem Umzug nach Europa durchlaufen hat. Themen wie Migration, kulturelle Anpassung, Ausdruck von Gender und Klassenzugehörigkeit filtert sie durch ihre eigenen Lebenserfahrungen und beleuchtet dabei die Komplexität der Selbstwahrnehmung im Spannungsfeld äußerer Zuschreibungen.

Wangs fortwährende Beschäftigung mit der Wandelbarkeit von Identität und kultureller Hybridität findet besonderen Widerhall in Südtirol, wo sich verschiedene Sprachen und Traditionen mischen. Für ihre Ausstellung entwickelte Wang eine Szenografie mit zahlreichen neuen Gemälden auf verschiedenen Bildträgern, die an frühere Werkgruppen anknüpfen und Eindrücke ihrer Ortsbesuche widerspiegeln. Eine ihrer Inspirationsquellen war der Bozener Obstmarkt, wo sich frische Bioprodukte in bunten Auslagen zu Miniaturlandschaften auftürmen. Diese vielschichtigen Kompositionen aus Farbe, Textur und Form, wie die Künstlerin sie auch in den mittelalterlichen Fresken im Schloss Runkelstein und in der Dominikanerkirche vorfand, finden ihren Nachhall in ihrer eigenen bildnerischen Erzählweise. Durch die Überlagerung ihrer Werke mit Erinnerungen an die visuelle Sprache Bozens und Fragmenten ihrer Wahrnehmung der italienischen Kultur schreibt sie sich mit Humor, Feingefühl und poetischen Nuancen in die Szenerie ein.

Die Fähigkeit, sich in verschiedene kulturelle und visuelle Landschaften zu versetzen oder in die Rolle historischer oder fiktiver Figuren zu schlüpfen, prägt Wangs künstlerisches Schaffen seit jeher. Besonders deutlich wird dies in den fünf Werkgruppen, die sie für die Ausstellung mit neuen Arbeiten weiterführt. Neben der Ergänzung ihrer bekannten Imitationen der Rastergemälde von Agnes Martin um ortsspezifische Referenzen integriert sie regionale Motive in Seidenmalereien und eigene Kleidungsstücke. Auch das Märchen „Der Froschkönig“ der Brüder Grimm bleibt eine Inspiration für Wang. Diesmal versetzt sie die wiederkehrende Figur der Froschprinzessin in ein Stadtbild, das an ein Gemälde von August Macke erinnert. Zudem erweitert sie ihre Serie der Fensterbilder. Indem sie ihre Gemälde in eine architektonische Installation einbettet, die Innen- und Außenperspektiven in Einklang bringt, verwandelt sie die zweite Etage des Museums in eine „sweet landscape“.

Wie der Ausstellungstitel andeutet, bildet der vermeintlich unschuldige Ausdruck, der durch eine ansprechende Landschaft hervorgerufen wird, den Hintergrund, vor dem sich Wangs tiefere Betrachtung des Ortes entfaltet. Ihr Werk steckt voller Metaphern und Sprachspiele und lädt die Betrachter*innen zu einer eingehenden Lektüre ein, bei der sich nach und nach verschiedene Bedeutungsebenen eröffnen.

Zugleich reflektiert der Titel Wangs Beschäftigung mit den Gemeinsamkeiten und Widersprüchen östlicher und westlicher Auffassungen von Landschaftsmalerei. Die Tradition des „Schreibens der Landschaft“, die von chinesischen Literati (Gelehrten) mit kalligrafischem Pinsel und Tinte gepflegt wurde, ist eng mit taoistischen Prinzipien des harmonischen Gleichgewichts verbunden. Statt die Natur zu kopieren, diente diese Landschaftsmalerei der Selbstreflexion, Heilung und dem Rückzug aus politischen Machtstrukturen.

Sowohl auf philosophischer als auch auf ästhetischer Ebene lädt Wangs Ausstellung dazu ein, über die Beziehung zwischen Vorder- und Hintergründigem, Sichtbarem und Verborgenem nachzudenken und Resonanzen zwischen Außenwelt und inneren Zuständen, äußeren und inneren Landschaften nachzuspüren. In diesem Sinne erklärt die Künstlerin: „Ich stelle mir meine Ausstellung wie einen imaginären Mutterleib vor. Dieser Raum des Werdens erlaubt es mir, auf die Geschichte des Ortes zu reagieren.“

Kontakte :

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Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 25 Apr. 2026 bis 08 Nov. 2026
  • Mi 07 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Do 08 Oktober, 202610:00-22:00 |
  • Fr 09 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Sa 10 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • So 11 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Di 13 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Mi 14 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Do 15 Oktober, 202610:00-22:00 |
  • Fr 16 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Sa 17 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • So 18 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Di 20 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Mi 21 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Do 22 Oktober, 202610:00-22:00 |
  • Fr 23 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Sa 24 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • So 25 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Di 27 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Mi 28 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Do 29 Oktober, 202610:00-22:00 |
  • Fr 30 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • Sa 31 Oktober, 202610:00-18:00 |
  • So 01 November, 202610:00-18:00 |
  • Di 03 November, 202610:00-18:00 |
  • Mi 04 November, 202610:00-18:00 |
  • Do 05 November, 202610:00-22:00 |
  • Fr 06 November, 202610:00-18:00 |
  • Sa 07 November, 202610:00-18:00 |
  • So 08 November, 202610:00-18:00 |

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