Eine Produktion der Carambolage: „NA, WENIGSTENS BETRACHTEN WIR DENSELBEN MOND"
von Oliver Bukowski
Mit Eva Kuen, Laura Masten, Anna Pircher und Markus Fisher
Regie: Torsten Schilling
Bühne und Kostüme: Kerstin Kahl
Licht und Technik: Julian Geier
Bühnenbau: Robert Reinstadler
Foto: Tiberio Sorvillo
Beim gemeinsamen Kaffeetrinken lässt Maya die Bombe platzen. Sie will in den Krieg ziehen, um an der Seite der Ukraine zu kämpfen. Ihre Partnerin Leo beschließt, sie zu begleiten. Für Mayas Eltern, Jenny und Raffael, bricht eine Welt zusammen. Während die Mutter verzweifelt versucht, ihre Tochter von diesem Entschluss abzubringen, eskaliert das Familiengespräch zu einem schonungslosen Schlagabtausch. Alte Verletzungen brechen auf, Weltanschauungen prallen aufeinander und aus dem privaten Konflikt wird ein hochbrisantes Generationendrama. Die Älteren verstehen den Aktionismus der Jüngeren nicht mehr, die Jüngeren werfen den Älteren Tatenlosigkeit vor.
Oliver Bukowski erzählt mit scharfem Witz und großer Genauigkeit von einer Familie, die stellvertretend für eine zutiefst verunsicherte Gesellschaft steht. Der Ukrainekrieg, die Klimakrise, die Gender-Debatte, Ost-West-Biografien, politische Haltungen und die Frage nach persönlicher Verantwortung verdichten sich zu einer ebenso tragikomischen wie provozierenden Auseinandersetzung. Niemand behält recht – und niemand bleibt unberührt. Ein Stück, das unbequeme Fragen stellt und den Nerv der Zeit trifft.
Bukowski zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern der Gegenwart. Der Durchbruch gelang ihm 1993 mit „Londn-LÄ-Lübbenau“. Mit „Gäste“ gewann er 1999 den Mülheimer Dramatikerpreis. Zudem ist er Erfinder der Serie „Warten auf den Bus“, die seit 2020 im RBB zu sehen ist.