CULTURE

Begeisterung für Sprache und Schauspiel
Jungschauspieler Nathan Laimer im Gespräch

04 forst

Der Meraner Nathan Laimer war Landesmeister im Poetry Slam 2024 und 2025 und stand als Schauspieler auf der Bühne, u.a. im Theater in der Altstadt und im Park der Villa Freischütz beim Familientheaterstück „Der Froschkönig“.

Bei diesem Projekt des Theatervereins Praxenknecht EO war er als Prinz zu erleben. Ein sympathischer Zufall, denn in der Slam-Szene ist er als „Prince of Slam“ bekannt. InSide spricht mit ihm über seine Anfänge und Zukunftspläne.

Nathan, wie kamst du zum Schreiben und auf die Bühne?
Nathan Laimer: Schreiben war immer schon ein Ventil für mich, ein Erkenntnisprozess, um mehr Klarheit über mich und die Welt zu erlangen. Ich habe viel Rap-Musik gehört, bin ins Reimen gekommen und konnte meine Gedanken bei den Poetry Slams mit dem Publikum teilen. Soziale Ungerechtigkeit macht mich wütend…. das thematisiere ich auch in meinen Slam-Texten. Derzeit schreibe ich wenig, befinde mich sozusagen in der Beobachterposition, bin fasziniert davon, wie Menschen „funktionieren“, wie sie verdrängen…
Konkret begann alles mit einem Redewettbewerb, bei dem ich in der Disziplin klassische Rede antreten wollte. Das war 2023, auf meiner Schule, dem Sprachengymnasium Gymme in Meran, gab es eine Lesebühne, wo man eigene Texte vortragen konnte. Im Rahmen dieses Projekts kam die Grand Dame des Poetry Slams Lene Morgenstern als Couch zu uns. Wir zwei schlossen einen „Deal“ ab, sie meinte, falls ich den Wettbewerb gewinne, sollte ich auch bei der Slam Meisterschaft antreten. Und ich trat an und gewann. Diese Erfolge schenkten mir die Erkenntnis, dass es vielleicht wirklich möglich war, von dem was mir Spaß macht, leben zu können. Es zeigte mir, es gibt Menschen, die das interessiert.

Warum hast du dich entschlossen Schauspieler zu werden?
Ich habe immer schon viel Zeit im Theater verbracht, meine Tante Magdalena Schwellensattel war ja Schauspielerin und Regisseurin, sie und ihr Mann Hans Kieseier waren es auch, dich mir geholfen haben, mich auf den Redewettbewerb vorzubereiten.
Erste schauspielerische Gehversuche erfolgten bereits in der Grundschule, mit der Theaterpädagogin Christine Perri wurde ein Stück gemeinsam mit uns Kindern erarbeitet und im TidA aufgeführt.
Ein Schlüsselerlebnis war die Aufführung des Theaterstücks Woyzeck von Georg Büchnerbei den Freilichtspielen Unterland, ich war fasziniert von der Authentizität und meine Idee Schauspieler zu werden festigte sich zu einem Entschluss. Der Woyzeck Hauptdarsteller Markus Westphal unterstützt mich derzeit bei meiner Vorbereitungsarbeit.

Worauf bereitest du dich vor?
Auf die Aufnahmeprüfungen, auf Vorsprechen, an verschiedenen Schauspielschulen vor, u.a. am Max Reinhardt Seminar in Wien und an der Otto Falckenberg Schule in München.

Wie kann man sich so ein Vorsprechen vorstellen?
Man kommt in einen Raum mit einer Menge Leuten, es riecht nach Nervosität und jeder stellt sich ein auf Warten. Die Kommission besteht meist aus Vier Prüfer:innen, man stellt sich vor, anschließend träg man Monologe vor, einen klassischen und einen modernen. Zu meinem Repertoire, welches ich vorbereite und vorbereitet habe zählt meine derzeitige Lieblingsrolle, die Robbe aus „Gegen der Fortschritt“ von Esteve Soler, das Stück wurde im TidA aufgeführt und war sozusagen mein „richtiges“ Bühnendebüt als Schauspieler. Außerdem erarbeite ich mir einen Shakespeare-Monolog, den Romeo….

Was ist dein nächstes Projekt?
Ich bin auf dem Sprung nach Wien. Dort sind Aufnahmen für einen experimentellen Film geplant, der von Thomas Zelger und Joseph Khuen verwirklicht wird. Der erste Teil der Dreharbeiten fand in einer Almhütte in Hafling statt. Das Besondere daran ist, dass der Stoff, die Texte, die Szenen gemeinschaftlich erarbeitet werden.

Wir drücken die Daumen und wünschen dir viel Erfolg!

 

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