CULTURE

Der März im Theater
Feine Frühlingsgefühle auf der Bühne

04 forst

Es sprießt und summt. Der Winter ist vorbei und die Natur erwacht zu neuem Leben. Die Freude über den Frühling hat auch Südtirols Bühnen eingenommen, die zu unser aller Erquickung einiges in petto haben. Und worum es sich dabei genau handelt, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Die Carambolage in Bozen strapaziert die Lachmuskeln, und sie tut es mit Berni Wagner, Gewinner des Österreichischen Kabarettpreises 2025. „Monster“ nennt sich sein Programm (05.-06.03.), oder auch Slapstick mit Sprache. Seit ihm gesagt wurde, dass in ihm ein Monster schlummert, klammert er sich an seinen Humor. Nur so kann er die Angst zähmen, um nach besagtem Ungeheuer zu suchen. „Ein großartiger Abend“ verspricht der „Kurier“. Nicht minder großartig ist das Improtheater, das frei nach dem Motto „Frühling is coming“ dem Publikum den Lachwurzsirup und die Scherzkekse um die Ohren haut (10.03). Im Anschluss steht das Schweizer Duo Daniel Hellmann & Coco Schwarz mit „Queere Tiere“ auf dem Programm (27.-28.03.). Diese Zusammenarbeit mit dem Bozner Naturmuseum hat es in sich, denn es ist ein Abend zwischen Drag-Show und Erzähltheater mit zwei vielseitigen Musik-Talenten. Deren Kunstfiguren Soya the Cow und Piano Prince berichten von der Vielfalt an Sexualitäten, Liebes- und Lebensformen im Tierreich. Ob schwule Schafe oder zweigeschlechtliche Schnecken: diese Show lässt nichts aus.

Die Dekadenz in Brixen wartet mit einer Ikone auf: die unverwüstliche Irmgard Knef, interpretiert von Ulrich Michael Heissig (13.03., Vorspiel: Raphael Lloyd). „Der Spiegel“ bezeichnet sie als das „brisanteste Fundstück der deutschen Unterhaltungsgeschichte” und da sie nun ihren 100. Geburtstag feiert, schenkt sie sich ein neues Programm. Da knallen die Pointen wie Champagnerkorken, da sprudelt der Witz und prickelt der Esprit. 25 Jahre Alterskarriere auf deutschen Kleinkunstbühnen halten eben jung und den Geist wach. Am 24. März erwarten Sie dann wieder die Grantler Wolfgang Mayr und Hans Heiss, die in bewährter Manier mit ihren stets wechselnden Talk-Gästen kein Thema unangespitzt stehen lassen. Und zuletzt kommt Antonia Stabinger in den Kulturkeller (27.03., Vorspiel: Hanna Tonner). „Angenehm“ heißt ihr Programm und der Titel zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend: Welpen, Jasminduft, 100 % Akku. Ihre Bedürfnisse werden treffsicher erfüllt. Dazu gibt’s eine Parade faszinierender Figuren, von Clit/Doris, dem sprechenden Genital, bis zu musikalischen Einlagen. Gönnen Sie sich einen Abend Urlaub von Korruption, KI und Klimakrise.

„Doktormutter Faust“, ein Gastspiel des Schauspiels Essen, präsentiert das Südtiroler Kulturinstitut (11.-12.03., Waltherhaus Bozen). Goethes „Faust“ entstand vor mehr als 200 Jahren. Was für eine Figur wäre Faust heute? Autorin Fatma Aydemir überführt die Figuren ins Heute, und so ist Dr. Margarete Faust keine angesehene Gelehrte, sondern eine, die in akademischen Kreisen als Verschwörerin gilt, während ihre Studierenden sie für ihre progressiven Positionen feiern. Eine feministische Überschreibung von Goethes Klassiker, wo „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ zu „Nun sag, wie hast du’s mit dem Konsens?“ wird. Publikum und Presse nahmen die Uraufführung begeistert auf. Ein Gastspiel des Bronski & Grünberg Theaters ist die Komödie „Romeo und Julia“ (18.03. Forum Brixen, 19.03. Stadttheater Meran). Die beiden sind längst nicht mehr so jung und auch kein Liebespaar mehr. Sie sind Nesthocker im Zuhause ihrer reichen Eltern. Romeo klimpert auf seiner Laute, während Julia die Nächte durchmacht und tagsüber schläft. Die Eltern wollen den Nachwuchs endlich auf eigenen Füßen steht sehen. Doch Romeo und Julia schmieden einen Plan, der rasch außer Kontrolle gerät. Die Familien geraten in den Sog der Widerstandsbewegung, und plötzlich geht es um viel mehr als die alten Konflikte...

Ein Kabarett zwischen Burnout und Spezialauftrag ist im Stadttheater Bruneck zu sehen: „Volle Kanne“ von Ingrid Lechner (12. u. 15.03.). Sie kann anraten und ausrechnen, aber auch rummotzen. Anders gesagt: sie ist Managerin. Zumindest gewesen. Und jetzt ist ein neuer Auftrag da, lukrativ, aber verdammt schwer. Helfen kann nur noch dieses Programm. Und das haut sie dem Publikum fröhlich und verzweifelt um die Ohren. Denn der Auftrag hat genau mit dem Publikum zu tun. Also mit Ihnen. Und so werden Sie diesen Abend anders beenden, als sie ihn begonnen haben. Versprochen. Und am 28. März erwartet Sie die Clown-Show mit Dario Zorell – ein Spaß für Jung und Alt!

Das Theater in der Altstadt Meran zeigt „Drei Mal Leben“ unter der Regie von Florian Eisner (ab 11.03.). Allzu oft stellen wir uns die existenzielle Frage, ob Ereignisse in unserem Leben auch anders hätten verlaufen können. In dieser brillanten Komödie zeigt die Dramatikerin Yasmina Reza drei Versionen desselben Abends und fächert dabei genussvoll bürgerliche Arbeits- und Liebesbeziehungen auf. Zwei Paare in wechselnden Allianzen benutzen in ihrem Ringen um Selbstverwirklichung unterschiedliche Manöver zwischen Hybris und Irrsinn. Ein Stück über Eheprobleme und Karriere, über Erwartungen und Frust.

Bei den Vereinigten Bühnen Bozen erwartet Sie „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ von Bernard-Marie Koltès (ab 21.03.). Ein Mann zieht auf der Suche nach einem Gespräch, nach einem Zimmer und einer Liebe durch die nächtliche Vorstadt. Er sucht: uns. Er hat weder Arbeit noch ein Zuhause und erzählt, bis wir gemeinsam leicht werden wie ein Vogel, der vor den Gewehren davonfliegt. Dieser immersive Monolog, 1977 in Avignon uraufgeführt, machte Koltès zum Shootingstar. Seine Texte loten soziale Grenzfiguren aus und nehmen uns mit auf einen atemlosen Rausch. Regisseurin Susanne Frieling untersucht in ihrer Inszenierung die Fragilität des Körpers im Stadt- und Naturraum. Mit einem experimentellen Ansatz erforscht sie die Grenze zwischen Leben und Theater, Publikum und Schauspiel.

Im Dachboden des Neumarktner Mesnerhauses zeigt das Theater an der Etsch „Alte Liebe“ von Elke Heidenreich (ab 08.03.). Regie führt Katharina Gschnell. Alte Liebe rostet nicht, so die Redewendung. Aber 40 Jahre Ehe haben ihre Spuren hinterlassen. Die leidenschaftliche Lore fürchtet, bald mit dem frisch pensionierten Harry untätig im Garten zu sitzen. Nur in einem sind sich die Alt-Achtundsechziger einig: Ihre Tochter Gloria hat alles falsch gemacht! Nun will Gloria in dritter Ehe einen steinreichen Industriellen heiraten, der auch noch ihr Vater sein könnte. Wie konnte es so weit kommen? In umwerfenden Dialogen geht das Paar der Misere auf den Grund. Komischer sind die Szenen einer Ehe noch nicht erzählt worden.

[Adina Guarnieri]

 

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