Viel los in Tramin
Der Verein für Kultur und Heimatpflege

Das Südtiroler Unterland ist bekannt für den Kalterer See und den Gewürztraminer, dabei hat der Süden des Landes viel mehr zu bieten. So zum Beispiel in Tramin, wo dank der ehrenamtlichen Arbeit vom Verein für Kultur und Heimatpflege frischer Wind durch die historischen Gassen zieht. Vorträge, Ausstellungen oder Kurse organisiert der Verein, und er betreibt sogar ein Museum.
[hoamet] Tramin Museum
Wichtigste Aufgabe des Vereins ist die Leitung von „Hoamet“, eröffnet 1989 in einem Bauernhaus aus dem 15. Jahrhundert im Herzen des Dorfes. Aufgeteilt auf drei Stockwerke erzählt die Dauerausstellung vom Leben an der Schnittstelle zwischen Nord und Süd. Die Schau beginnt mit den römischen Funden, die ab 2011 unterhalb der Weinstraße ausgegraben wurden: Gebäude, die vom 1. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. bewohnt waren. Natürlich darf in Tramin das Thema Wein nicht fehlen, genauso werden Vereinswesen, Landwirtschaft und wichtige Dorfpersönlichkeiten vorgestellt. Ein Highlight sind sicherlich die sogenannten „Wudelen“, die für Kustos Hermann Toll beim traditionellen Egetmann das „wilde Treiben“ im Fasching symbolisieren, weshalb sie am Ende des Umzugs geschlachtet werden – laut Toll ein Beleg für den typisch Traminerischen Humor.
Es wird gelesen
In Zusammenarbeit mit der Bibliothek Tramin, dem Bildungsausschuss und der Standortentwicklung Tramin veranstaltet der Verein regelmäßig Lesungen mit Südtiroler Autorinnen und Autoren. Die Liste der Gäste, die sich hier bereits die Klinke in die Hand gegeben haben, ist lang, und reicht von Sabine Gruber über Sell Mall bis hin zu Kurt Lanthaler. Aber auch Veranstaltungen an der Grenze zwischen Literatur, Lyrik und Musik stehen auf dem Programm, beispielsweise als Arno Dejaco und Magdalena Schwärzer mit ihrer Band „Bumtschack Welle“ im Hof der Bibliothek ein Konzert gegeben haben. Auch der international bekannte Komponist Manuel Zwerger und Poetry-Slammer Felix Maier haben gemeinsam erfolgreich einen Abend bestritten. „Warum ist etwas ernst oder nur Spiel?“, rezitierte damals Felix Maier, „der Moment ist ernst, weil gerade zu viel auf dem Spiel steht“.
Kunst im Schaufenster
Ganz neu im Veranstaltungskalender des Vereins sind die Ausstellungen im leerstehenden Geschäft am Rathausplatz im Haus Menapace. Wo sich einst ein Bioladen befand, werden nun in regelmäßigen Abständen kleine, aber feine Ausstellungen organisiert, bei denen in lockerer Atmosphäre teils gewichtige Positionen der lokalen Szene zu sehen sind, darunter Markus Vallazza oder Gotthard Bonell. Im Sommer 2026 erwarten uns Ausstellungen von Manfred Eccli, besser bekannt als Südtiroler Komponente des internationalen Duos Moradavaga, und von Hanna Battisti, beide von Brigitte Matthias betreut. Als Kuratorin und Unterlandlerin beschreibt sie so das Potential dieser ungewöhnlichen Location: „Die Initiative im Haus Menapace und die Resonanz darauf zeigen, wie wichtig es besonders im ländlichen Raum ist, dass sich Privatpersonen für kulturelle Belange einsetzen und mit ihrem Engagement Veranstaltungen ermöglichen, die eine Sensibilisierung für aktuelle Themen und deren künstlerische Umsetzung nach Tramin holen.“
[Adina Guarnieri]
Termin: Am 17. Mai 2026 finden zum Internationalen Museumstag im [hoamet] Tramin Museum Sonderführungen statt. Das Motto lautet „Museen vereinen die Welt“, weshalb es bei der Führung „Leben an der Grenze“ um die Erfahrungen der Menschen in der Traminer Gegend geht und um die vielen kulturellen Einflüsse, die diesen Ort besonders machen.










































































